Musik wurde mir von meinem Opa in die Wiege gelegt, der ein ganz hervorragender Pianist war und mir den Klavierunterricht sponsorte. Nur leider fing ich ziemlich zeitgleich auch mit dem Rudertraining an, und nach ca. 1 1/2 Jahren ließ ich es sein mit dem Klavierunterricht, allerdings war die Basis gelegt für alle möglichen anderen musikalischen Aktivitäten. Durch meine Mitgliedschaft im CVJM kam ich ans Gitarrespielen, denn es wurde jemand gesucht, der die Fahrtenlieder(Mundorgel u.ä.) begleiten konnte. In einem Raum im Schloss nahm ich an einem Kurs bei  "Zischer" Dieter Henke teil, der uns, den Pfadfindern und CVJMlern, die Grundlagen der Liedbegleitung beibrachte. Sehr viel gelernt habe ich auch im Musikunterricht an der FWS bei  "Galdi" Galdea, hoffentlich hört er es dort oben im Himmel.

Den ersten Auftritt hatte ich dann mit den  "Dawnwalkers" (mit Bernhard Kramp, Lothar Gier und Hartmut Schickert) bei einem Sängerwettstreit im Werrastrand, organisiert vom Stadtjugendring mit Liedern wie "Blowing in the wind" und "Where have all the flowers gone" (Schätzungsweise 1966).  Irgendwann ging es dann aber doch ab in die Rock`n Roll Musik, als sich mir die Chance bot, bei den damaligen Lokalmatadoren "The Fenchers" als Keyboarder einzusteigen, übrigens zu einer Zeit, als G.G.Anderson alias Gert Grabowski als singender Schlagzeuger bei den German Rackets für Furore sorgte. Die Fenchers bestanden, als ich einstieg, aus "Vasco" Hans-Joachim Weider, Bertram Ditmar, Andy Krauss und Gert Neumann und mir. Standort der Fenchers war dann studienbedingt Frankfurt, was für Gert etwas aufwendig wurde, studierte er doch in Marburg. Mit Rainer Spalt (Gesang und Gitarre) ging es dann weiter bis Mitte der 70er Jahre. Dann lösten sich die Fenchers auf, denn das Studium war (bei den meisten) abgeschlossen, und andere Dinge hatten nun Priorität.

als Keyboarder bei den Fenchers
als Keyboarder bei den Fenchers

Zum Beispiel Doppelkopf. Mit anderen Eschwegern spielten Vasco und ich über viele Jahre eine feste Doppelkopfrunde in Frankfurt, und irgendwann landeten Vasco und ich dann auch wieder in einem schalldichten Übungsraum, dem "Bornheimer Bunker", und versuchten, wieder eine Band aufzubauen. "Nachtschicht"  hieß das seinerzeitige Projekt, doch dann kam alles ganz anders. Ein ehemaliger Eschweger, "Spencer" lud ein zum 40sten Geburtstag nach Darmstadt, und wünschte sich ein Live-Konzert der Fenchers. Er bekam den Wunsch erfüllt von Vasco, Fischli, Bertram und Andy (teilweise auch "Molchi" Schlothauer) am 1.12.1987. Was vorher keiner wußte: das war der Startschuß für die "Wiedergeburt" der Fenchers, die in den nächsten drei Jahren über 60 Konzerte gaben. Einer der Höhepunkte war sicherlich der Auftritt beim Open Flair in Eschwege (siehe Bild unten von der Hauptbühne) und natürlich der Auftritt am 7.Mai 1988 im Bürgerhaus Grebendorf, von dem Heinrich Kästle eine 120minütige Videoproduktion erstellte: "Wiedergeburt der Fenchers in Grebendorf". Verstärkt wurde die Band durch den Gitarristen Peter Langendorf aus Frankfurt und die Sängerin Waltraud Sehring aus Walldorf. Später kamen Dimitrij Katsoulis und danach Klaus Rummel für Bertram Dittmar, der in die USA auswanderte. So und ähnlich hat sich das alles angehört, die Qualität ist natürlich sehr einfach, die Aufnahmen sind direkt vom Mischult abgenommen und haben im Laufe der Jahre sich auch noch verschlechtert, da sie noch auf richtigen Magnettonbändern schlummern.

The Fenchers "live"
The Pusher, Route 66 (Gesang und Keyboards Wolfgang)
BR_015.mp3
MP3 Audio Datei 3.6 MB
22.7.88 Open Flair Hauptbühne
22.7.88 Open Flair Hauptbühne

Der Kreis schloß sich dann bei der 150 Jahr Feier der Friedrich-Wilhelm-Schule in Eschwege, in der sich in den 60er Jahren die Fenchers als Schülerband gegründet hatten. Auf dem Schulhof war ein Festzelt aufgebaut, und hier gab es das endgültig letzte Konzert der Fenchers am 27.Oktober 1990, bei dem als "special guest" auch Gert Neumann noch einmal mit auf der Bühne stand und u.a. "Stand by me" sang.

Ich übernahm den größten Teil der Verstärkeranlage und gründete dann in den nächsten Monaten in Frankfurt "Careless Carrot". 

Careless Carrot
Careless Carrot

Auf dem Bild von links nach rechts Uli Keppler, Ludwig Hammer, Jochen Leib, Thomas Sproten, Philippe Wenger, und ich - das war Careless Carrot. Philippe Wenger war unser Mann am Mischpult, den ich beim Basketball an der Frankfurter Uni kennengelernt hatte, 5 Wochen in Hawaii war, zusammen Ski gelaufen war und den ich irgendwann überzeugen konnte, die wichtige Aufgabe des Mischens bei unseren Konzerten zu übernehmen. Er hatte auch die "neuen alten Fenchers" schon abgemischt und war bei Careless Carrot festes Bandmitglied. Hört `mal  `rein, wie ihm das gelungen ist.

Musik von Careless Carrot
Long Train Running(Leadgesang Uli), Last Chance(Jochen),Whippin`Post(Wolfgang) und Slow down(Thomas)
BR_016.mp3
MP3 Audio Datei 6.9 MB

Beruflich hatte mich es Ende 1992 nach Thüringen verschlagen und als ich 1995 auch meinen ersten und einzigen Wohnsitz dorthin verlegte, mußte ich schweren Herzens "meine Band" Careless Carrot aufgeben. Careless Carrot löste sich dann 1996 ganz auf. Das war zu der Zeit, als ich beruflich in Eschwege ankam, alles weitere: siehe "Die Band".